Was ist Flugangst?

In ein paar Tagen geht es mit dem Flugzeug in den Urlaub, doch bei dem Gedanken daran, zieht es bereits jetzt im Magen. Das Herz klopft schnell, der Mund ist trocken und die Handflächen werden feucht – typische Anzeichen einer Phobie (Angststörung).

Flugangst (Aviophobie) kann zu einem echten Problem für Betroffene werden, vor allem dann, wenn sich Flugreisen – z. B. aus beruflichen Gründen – nicht vermeiden lassen. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Angst vor dem Fliegen zu kurieren und die Flugangst zu überwinden.

Häufig ist die Angst nicht in der Sorge vor einem Absturz des Flugzeugs begründet, sondern vielmehr in einem Kontrollverlust. Das bedeutet, das Schicksal über das eigene Leben einer anderen Person (dem Piloten) anvertrauen zu müssen.

Einige Betroffene haben eher Angst vor der Höhe oder fühlen sich schnell eingeengt. Andere haben zuvor schlechte Erfahrungen beim Fliegen gemacht und daher eine Phobie entwickelt, die mit der Erwartung einhergeht, dass auch der nächste Flug wieder turbulent und daher gefährlich werden könnte

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Was sind Ursachen für Flugangst

Warum jemand Angst vor dem Fliegen hat, lässt sich nicht einfach sagen, da die Gründe dafür vielfältig sein können. So kann ein Kind, das in seinem Leben noch nie ein Flugzeug von innen gesehen hat, eine Flugangst entwickeln, wenn es etwa einen dramatischen Film über einen Flugzeugabsturz gesehen hat. Es könnte aber auch sein, dass sich einfach die Nervosität eines Familienmitglieds auf das Kind übertragen hat.

Andere leiden nach einem persönlichen traumatischen Flugerlebnis an einer Phobie. Das liegt daran, dass alle Sinneseindrücke, die mit diesem furchtbaren Ereignis zusammenhängen, im Gehirn unter Angst abgespeichert werden. Das heißt, dass die negativen Gefühle schon beim bloßen Anblick eines Flugzeugs wieder hochkommen können (negative Konditionierung).

Angst kann jedoch auch genetische Ursachen haben, da einige Gene das Risiko für Ängste erhöhen können. Darüber hinaus können bestimmte Botenstoffe im Gehirn, wie etwa Serotonin, Noradrenalin und Dopamin einen Einfluss haben. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Arzneimittel eingenommen werden, die sich negativ auf die Übertragung dieser Botenstoffe auswirken.

Welche Symptome treten bei Flugangst auf?

Neben negativen Gedanken, kann Flugangst auch einige körperliche Symptome hervorrufen:

Schwindelanfälle

Schweißausbrüche

Erstickungszustände

Herzklopfen/-rasen

Harndrang

Durchfall

Bauchschmerzen

Zittern/weiche Knie

Was tun gegen Flugangst?

Bei einer besonders hartnäckigen bzw. ausgeprägten Flugangst, bietet sich eine Psychotherapie, genauer eine Verhaltenstherapie bei einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin an. Hierbei steht die Konfrontation mit der Angst im Vordergrund. Das heißt, der oder die Betroffene wird dazu angehalten, sich seinen oder ihren Ängsten zu stellen. Dabei werden vor allem alte Denkmuster übers Fliegen aufgebrochen.

Zusätzlich dazu können Techniken wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson helfen, Nervosität abzubauen. Zudem kann es hilfreich sein, Betroffenen Informationen und Fakten zum Thema Fliegen zu präsentieren, die aufzeigen sollen, wie sicher das Verkehrsmittel im Vergleich zu anderen ist. Einen rationalen Grund für die Furcht gibt es also nicht

Praxis statt Theorie: Wer seine Flugangst ein für alle Mal kurieren möchte, sollte eine Teilnahme an einem speziellen Seminar mit Abschlussflug in Betracht ziehen. Diese finden regelmäßig in verschiedenen Städten in Deutschland im Auftrag der Lufthansa statt. Hierbei sollen Betroffene unter anderem neben angstfreiem Fliegen lernen, Vertrauen in Menschen und Technik zu entwickeln und die Vorzüge einer Flugreise zu erkennen. Einige Wochen nach der Teilnahme an einem solchen Seminar berichteten 78 Prozent der Teilnehmer, dass ihre Flugangst deutlich geringer geworden sei, 30 Prozent von ihnen flögen sogar völlig angstfrei.

Medikamente gegen Flugangst

Bei panischer Angst vor dem Fliegen kann eine Ärztin oder ein Arzt spezielle Beruhigungsmittel, wie etwa Benzodiazepine (z. B. Valium oder Tavor) verschreiben. Diese eignen sich jedoch nicht für eine längere Anwendung, da die Gefahr der Abhängigkeit besteht. Es gibt auch rezeptfreie Mittel gegen Nervosität in der Apotheke, die innerlich beruhigen und die Anspannung lösen, z. B. Neurexan.

Die Einnahme von Tabletten kann zwar Beschwerden einer Flugangst kurzzeitig lindern, jedoch die Furcht davor nicht vollständig beseitigen. Daher ist es sinnvoll, das Problem an der Wurzel zu bekämpfen.

Wer an Übelkeit während einer Flugreise leidet, kann ebenfalls auf Tabletten gegen Reisekrankheit zurückgreifen. Wirkstoffe wie Dimenhydrinat, Diphenhydramin und Doxylamin haben sich dabei bewährt. Diese sind etwa in Hoggar Night Tabletten oder in Vertigo-Vomex SR Retardkapseln enthalten.

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Weitere Tipps gegen Flugangst

Auch Atemübungen können helfen, die Angst abzubauen. Das ist vor allem dann praktisch, wenn die Furcht während des Fluges auftritt, da die Übungen ganz leicht und ohne viel Aufwand an Ort und Stelle durchgeführt werden können. Entspannungsübungen, wie autogenes Training können ebenfalls effektiv sein.

Wichtig: Diese Methoden sollten bereits vor dem Flug erlernt werden, da sie im Akutfall schneller zur Anwendung kommen können. Wenn sich die Gedanken nur um die Flugangst drehen, ist es sinnvoll, dieses Gedankenkarussel bewusst zu unterbrechen. Das geht, indem Sie innerlich laut „Stopp“ rufen. Auch Ablenkung durch das Lesen eines Buches oder Hören von Musik kann die Nervosität senken.