Warum Menschen fasten

Fasten ist eine sehr alte Tradition mit religiösem Ursprung. Christen fasten zum Beispiel vor Ostern, von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Zu fasten, also auf feste Nahrung zu verzichten, soll den Körper und die Seele reinigen.

Viele Menschen fasten jedoch auch ohne religiösen Hintergrund. Denn Fasten kann die Blutwerte verbessern, bei Krankheiten wie Rheuma, Diabetes oder Stoffwechselstörungen helfen und auch beim Abnehmen unterstützen.

Verschiedene Fasten-Methoden und deren Anwendung

Es gibt verschiedene Methoden, zu fasten. Wir stellen Ihnen hier drei davon vor, und erklären, worauf Sie achten müssen, um Ihren Körper optimal auf die Fastenzeit vorzubereiten und diese auch erfolgreich zu meistern.

Ein wichtiger Tipp, egal nach welcher Methode Sie fasten: Nehmen Sie sich für Ihre Fastenkur am besten Urlaub, damit Sie zur Ruhe kommen können und keiner starken Belastung ausgesetzt sind.

Heilfasten nach Buchinger

Der Arzt Otto Buchinger therapierte sein Rheuma-Leiden mit einer Fastenkur und schuf so den Beginn für die Methode „Heilfasten nach Buchinger“. Neben dem Nahrungsverzicht legte er großen Wert darauf, sich während der Kur schönen Dingen wie Musik und Natur zu widmen und Stress zu vermeiden.

Die Kur sollte mindestens fünf Tage lang andauern. Täglich nehmen Sie maximal 500 Kilokalorien (kcal) zu sich. Gerade für Fasten-Neulinge empfiehlt sich zunächst eine eher kurze Kurzeit, falls Sie ohne medizinische Begleitung fasten.

So geht die Fastenkur nach Buchinger:

Morgens und nachmittags trinken Sie 250 Milliliter ungesüßten Tee Ihrer Wahl mit etwas Honig.

Mittags trinken Sie 250 Milliliter frisch gepressten Fruchtsaft.

Abends trinken Sie 250 Milliliter frisch gekochte Gemüsebrühe ohne Einlage.

Über den gesamten Tag verteilt nehmen Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee zu sich. Sie können nach einem Spaziergang auch gerne etwas Honig in Ihren Tee geben, zum Beispiel, wenn Sie unter niedrigem Blutdruck leiden.

Bei empfindlichem Magen helfen Kamillen- oder Fencheltee.

Unsere Empfehlung

Basenfasten

Beim Basenfasten ernähren Sie sich ein bis zwei Wochen ausschließlich von rein basischen Lebensmitteln. Sie müssen keine Kalorien zählen, trotzdem hat diese Kur einen reinigenden und entschlackenden Effekt. Ihr Stoffwechsel wird angeregt, Abfallprodukte effizient auszuscheiden. Dazu gehören zum Beispiel Umweltgifte oder Säuren, die sich durch ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung oder die Einnahme von Medikamenten angelagert haben.

Zu den basischen Lebensmitteln gehören Obst, Gemüse, Nüsse, Kräuter, Pilze oder auch Samen. Sie verzichten auf tierische Lebensmittel und Getreide. Auch wenn Sie bei dieser Kur viel Flüssigkeit durch die Ernährung zu sich nehmen, sollten Sie am Tag mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee trinken. Alkohol, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, Schwarz-, Grün- und Roiboos-Tee sind nicht erlaubt.

Tipp: Nehmen Sie sich eine Woche zur Vorbereitung, um in dieser Zeit alle nicht basischen Lebensmittel aus Ihrem Kühlschrank aufzubrauchen. Außerdem können Sie sich vorab Rezepte mit leckeren Gerichten zusammenstellen, damit Sie trotz Verzicht genießen. Dann fällt es auch leichter durchzuhalten.

Vitamine sind für einen gesunden Körper essenziell. Entdecken Sie hier eine Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln:

Die Ernährung beim Basenfasten

Dies ist ein Beispiel, wie ein Tag Basenfasten aussehen könnte:

Frühstück: Morgens können Sie zum Beispiel etwas Obst und ein basisches Müsli essen. Für das Müsli nehmen Sie zwei Bananen, einen Apfel, eine Orange, vier Esslöffel Erdmandelflocken und zwei Esslöffel gehackte Mandeln. Die Bananen zerdrücken und den Apfel klein reiben. Geben Sie die Erdmandelflocken und den ausgepressten Saft der Orange dazu. Anschließend die Mandel darüber streuen.

Mittagessen: Zum Mittagessen können Sie zum Beispiel Salat und gedünstetes Gemüse zu sich nehmen. Beim Salatdressing sind Öl, Salz, Pfeffer und frische Kräuter erlaubt. Auf Essig, Senf, Sahne oder Fertigprodukte sollten Sie verzichten. Außerdem gilt: Nach 14 Uhr sollten Sie keine Rohkost mehr essen.

Abendessen: Das Abendessen nehmen Sie am besten vor 18 Uhr zu sich, damit Ihr Stoffwechsel bis zum nächsten Morgen viel Zeit hat, zu arbeiten. Geeignet sind Kartoffelgerichte und gedünstetes Gemüse.

Snacks: Sollten Sie zwischendurch von Heißhunger geplagt werden, essen Sie etwas Obst wie Apfel oder Banane oder ein paar Mandeln. Auch Gemüsebrühe kann helfen, die Gelüste zu stoppen.

Mayr-Fasten

Erfinder der Mayr-Kur ist der österreichische Arzt Franz Xaver Mayr. Die Kur soll vor allem den Darm sanieren und bei Verdauungsproblemen helfen. Wir stellen Ihnen hier eine einfache Methode für zuhause vor. Es gibt jedoch auch noch andere Möglichkeiten der Mayr-Kur, die dann aber eher begleitet von Experten durchgeführt werden sollten.

Ein sieben Tage Plan mit Milch-Semmel-Diät:

TAG EINS UND ZWEI

stehen ganz im Sinne der Darmreinigung. Trinken Sie dafür morgens 250 Milliliter warmes Wasser mit einem Teelöffel Bittersalz auf nüchternen Magen. Über den Tag verteilt trinken Sie außerdem zwei bis vier Liter stilles Wasser, Kräutertee oder Gemüsebrühe. Zusätzlich sollten Sie für das Säure-Basen-Gleichgewicht in Ihrem Körper täglich morgens einen Teelöffel Basenpulver zu sich nehmen.

AM DRITTEN BIS FÜNFTEN TAG

nehmen Sie über den Tag verteilt fünf Brötchen mit etwas Milch zu sich, die Sie löffelweise trinken.

AM SECHSTEN TAG

erfolgt die Ausleitung: Dafür ersetzen Sie die Mittags-Semmel gegen 250 Milliliter ungesalzene Gemüsebrühe, die Sie langsam vom Löffel saugen und durch „Kauen“ gut einspeicheln.

DER SIEBTE TAG

entspricht dem sechsten, nur dass Sie das verwendete Gemüse der Gemüsebrühe entweder gedünstet oder püriert ebenfalls essen.

ANSCHLIESSEND

dürfen Sie wieder normal essen, sollten zunächst aber auf basische und leicht verdauliche Lebensmittel zugreifen.

Morgens leichte Bewegung, anschließend warm und kurz kalt duschen.

Vor dem Mittagessen eine halbe Stunde mit feuchter Wärme ausruhen. Dafür wickeln Sie eine Wärmflasche in ein feucht-warmes Handtuch und legen diese auf Ihre rechte Körperseite unterhalb des letzten Rippenbogens, wo sich die Leber befindet. Dieser Leberwickel unterstützt bei der Entgiftung.

Vor dem Schlafengehen nochmals duschen wie morgens.

So früh wie möglich mit einem Leberwickel ins Bett gehen.
 

Vor dem Fasten: Die Darmreinigung

Bevor Sie mit der Fastenkur beginnen, steht die gründliche Entleerung des Darms an. Dafür lösen sie zwei Esslöffel Glaubersalz in dreiviertel Liter warmen Wasser auf und trinken die Lösung innerhalb von 15 Minuten. Nach etwa einer halben Stunde trinken Sie einen Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee. Anschließend wird sich Ihr Darm über zwei bis drei Stunden entleeren. Leiden Sie unter einem empfindlichen Magen oder Darm, nehmen Sie nur einen Esslöffel Glaubersalz oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten, ob Abführtropfen eine Alternative sind.

Nach dem Fasten: Fastenbrechen

Zum Ende des Fastens erfolgt das Fastenbrechen. Dafür essen Sie zunächst einen rohen oder gedünsteten Apfel. Kauen Sie diesen ganz langsam und bewusst. Abends gibt es eine Gemüsesuppe mit Einlage. In den nächsten Tagen steigern Sie langsam Ihre Kalorienzufuhr. Beginnen Sie mit 800 kcal, am nächsten Tag 1000, dann 1200, dann 1500. So gewöhnt sich Ihr Körper nach und nach an feste Nahrung und Sie nehmen nicht zu schnell an Gewicht zu.

Vorteile des Fastens

Fasten reinigt Körper und Seele. Wenn Sie durchhalten, werden Sie in den Genuss einiger positiver Auswirkungen kommen. Diese sind:

Sie haben eine bessere Verdauung.

Sie verlieren überflüssige Pfunde, Fette werden besser abgebaut.

Ihr Immunsystem wird stärker.

Ihre Haut wird straffer.

Fasten wirkt sich positiv auf die Stimmung aus, während der Fastenzeit sind viele regelrecht euphorisch.

Unsere Empfehlung

Quellen:

https://www.ugb.de/richtig-fasten/fasten-nach-buchinger/

https://www.mayr-kuren.de/mayr-kur-ablauf.html

https://www.mayr-kuren.de/milde-ableitungsdiaet.html

https://www.basenfasten.de/blog/die-5-besten-basischen-muesli-rezepte/

https://www.praktischarzt.de/ratgeber/basenfasten/

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaeten-fasten/?L=0

https://www.in-form.de/wissen/fasten-tee-gesundheit/