Sonnencreme: Der richtige Schutz vor Sonnenbrand

Sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, drängt es die meisten nach draußen. Sonne sorgt einfach für gute Laune und wärmt Körper und Seele. Da die UV-Strahlung aber auch ihre Schattenseiten hat, ist es wichtig, auf ausreichend Sonnenschutz zu achten. Wir erklären, was es für UV-Filter gibt, worauf Sie beim Auftragen der Sonnencreme achten müssen und wie Sie Babys und Kinder am besten schützen.

Was ist der Lichtschutzfaktor?

Der Lichtschutzfaktor wird als LSF auf der Verpackung abgekürzt. Er sagt aus, wie lange Sie durch die Sonnencreme in der Sonne geschützt sind. Als Beispiel: Wenn Sie eine Sonnenmilch mit LSF 20 auftragen, können Sie sich zwanzig Mal so lange in der Sonne aufhalten, wie sonst ohne Sonnencreme.

Es gibt vier verschiedene Lichtschutzklassen, in welche die verschiedenen LSF eingeteilt werden:

Leichter Schutz:

LSF 6 und LSF 10

Mittlerer Schutz:

LSF 15, LSF 20, LSF 25

Hoher Schutz:

LSF 30 und LSF 50

Sehr hoher Schutz:

LSF 50 plus

Damit Sie den richtigen LSF auswählen, sollten Sie den Eigenschutz Ihrer Haut kennen. Dieser ist abhängig von Ihrem Hauttyp. Die Experten vom Bundesamt für Strahlenschutz raten allerdings, nicht die gesamte Zeit des berechneten Sonnenschutzes auszunutzen, sondern lediglich 60 Prozent davon. Da trotz Sonnencreme immer etwas UV-Strahlung in die Haut eindringt, schützen Sie Ihre Haut so zusätzlich vor Hautkrebs.

Beim Bundesamt für Strahlenschutz finden Sie einen Test, mit dem Sie Ihren Hauttyp bestimmen können.
https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/hauttypen/hauttypen.html

Weitere Tipps für die Auswahl des richtigen LSF:

Bereits im Frühjahr bei den ersten Sonnenstrahlen LSF 15 nutzen.

Für längere Ausflüge oder Wanderungen an sonnigen Tagen am besten einen hohen LSF.

Im Schwimmbad oder am See wasserfeste Sonnencreme verwenden.

Sonnencreme für Gesicht und Körper

Die Gesichtshaut ist der Sonnenstrahlung am meisten ausgesetzt, daher sollten Sie diese besonders schützen, um Faltenbildung, Sonnenbrand oder Pigmentflecken zu vermeiden. Hinzu kommt, dass die Haut im Gesicht anders aufgebaut ist als die Haut am Körper. Sie ist dünner und grobporiger. Zudem hat jeder Mensch eine individuelle Neigung zu einem bestimmten Hauttyp, wie etwa zu fettiger oder trockener Haut.

Unsere Empfehlungen

Auch wenn die Sonnencreme für den Körper Ihr Gesicht ebenso vor der UV-Strahlung schützt, macht es daher Sinn, eine für Ihren Hauttyp und Ihre Gesichtshaut abgestimmte Sonnencreme speziell für das Gesicht zu benutzen. Diese hat generell einen hohen LSF und versorgt Ihre Gesichtshaut mit Feuchtigkeit. Es gibt auch Tagescremes mit LSF, dieser ist aber meist geringer als in einer Sonnencreme.

So tragen Sie Sonnencreme richtig auf:

Schritt 1

Cremen Sie etwa eine halbe Stunde, bevor Sie nach draußen gehen, alle Körperstellen ein, die der Sonne ausgesetzt sind.

Schritt 2

Tragen Sie die Creme ausreichend dick auf (mindestens etwa 2 mg pro cm2 Haut).

Schritt 3

Erneuern Sie den Sonnenschutz nach dem Baden oder bei übermäßigem Schwitzen.

Schritt 4

Bei längerem Aufenthalt in der Sonne cremen Sie regelmäßig nach.

Schritt 5

Bedenken Sie, dass auch bei bedecktem Himmel noch 80 Prozent der UV-Strahlung die Haut erreicht, und cremen Sie auch dann die Haut ausgiebig ein.

Sonnencremes für Baby und Kind

Die Haut von Babys und Kindern ist besonders empfindlich, weil der eigene UV-Schutz noch nicht völlig entwickelt ist. Die Haut ist noch sehr dünn und es können nicht ausreichend Pigmente gebildet werden. Achtung: Die Eigenschutzzeit von Babys beträgt maximal sieben Minuten. Daher müssen sie besonders gut vor der Sonne geschützt werden.

Babys sollten im ersten Lebensjahr, wenn möglich, nur im Schatten bleiben und direkter Sonneneinstrahlung gar nicht erst ausgesetzt werden. Bestenfalls sind sie durch ihre Kleidung und einen Sonnenschirm so geschützt, dass die Eltern auf Sonnenschutzmittel verzichten können.

Die Cremes belasten die empfindliche Haut und können Reaktionen wie Nesselfieber auslösen. Eine Alternative bietet Kleidung mit UV-Filter. Für den Besuch im Schwimmbad gibt es auch Badeanzüge und Badeoberteile. Deren UV-Schutzfaktor sollte mindestens 30 betragen.

Wenn Sie zu Sonnencreme greifen, verwenden Sie bei kleinen Kindern immer ein Produkt mit hohem LSF und rein physikalischen UV-Filtern wie Zinkoxid oder Titan, weil diese von empfindlicher Haut besser vertragen werden als chemische UV-Filter. Achten Sie darauf, dass keine Konservierungsstoffe und Parfüme enthalten sind.

Verzichten Sie auf Babyöl, da es die Haut lichtempfindlicher macht. Tragen Sie ausreichend Sonnencreme auf (etwa 2 mg pro cm2 Haut). Neben der Haut sollten Sie auch die Augen des Kindes schützen. Lassen Sie sich am besten vom Optiker beraten, welche Sonnenbrille geeignet ist.

Organisch-chemische und mineralische UV-Filter

Es gibt zwei verschiedene Arten von Filtern in Sonnencremes: organisch-chemische und mineralische UV-Filter. Vorab: Es gibt keine deutliche Empfehlung, welcher der beiden Filter besser ist.
Die organisch-chemischen enthalten überwiegend Campher, Salicylsäure oder Zimtsäure. Sie absorbieren die UV-Strahlung und wandeln sie in Wärme um.

Bisher gibt es keine Studien, dass organisch-chemische Filter schädlich sind. Allerdings sind sie sehr schlecht bioabbaubar und Schaden den Ökosystemen der Meere. Daher geraten sie oft in die Kritik. Beim Schwimmen im Meer werden sie von der Haut gewaschen, geraten ins Wasser und fördern dort das Absterben von Korallen. Auch stören sie das Wachstum von Algen.

Mineralische UV-Filter reflektieren die Sonnenstrahlung wie ein Spiegel.

Sie enthalten meist Titandioxid oder Zinkoxid. Da diese Inhaltsstoffe auf der Haut als deutlich sichtbarer weißer Film zu erkennen sind, verwenden die Hersteller oft Nanopartikel. Diese reduzieren das Weiß. Da diese Inhaltsstoffe in der Kosmetikverordnung der EU zugelassen sind, geht man davon aus, dass sie unschädlich sind. Trotzdem raten Experten dazu, gerade bei Kindern auf Produkte mit Nanopartikeln zu verzichten. Zudem ist bisher unklar, wie sich diese Nanopartikel auf die Umwelt auswirken und ob sie bei geschädigter Haut zu Problemen führen können.

Besondere Vorsicht gilt bei Sonnencreme, die den chemischen UV-Filter Octocrylen enthält.

In älteren Produkten kann sich aus Octocrylen das Abbauprodukt Benzophenon entwickeln, das laut wissenschaftlicher Untersuchungen ähnlich wie Östrogen wirkt und das Hormonsystem des Menschen negativ beeinflussen kann. Außerdem wurde es in Tierversuchen als krebserregend eingestuft.

Welche Sonnencremes eignen sich bei Hautproblemen?

Bei Erkrankungen wie Neurodermitis, Akne, Allergien oder Rosacea muss besonders auf Sonnenschutz geachtet werden. UV-Strahlung ist gerade bei Neurodermitis oder Rosacea oft ein Auslöser für einen erneuten Schub. Der LSF sollte immer hoch sein, um Sonnenbrand unbedingt zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass die Sonnencreme keine Fette, chemische Zusatzstoffe oder Parfum enthält. Am besten lassen Sie sich von Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt beraten.

Sonnencreme bei Tattoos

Frisch gestochene Tattoos sollten weder mit Sonne, noch mit Sonnencreme in Kontakt kommen. Durch das Tattoo ist die Haut verletzt und gereizt, weshalb sie in der Sonne am besten durch leichte Kleidung abgedeckt wird. Sprechen Sie mit Ihrem Tätowierer, wann Sie wieder Sonnencreme verwenden dürfen.