Chlamydien-Infektion

Chlamydien sind Bakterien, die Entzündungen verursachen. Meist sind die Schleimhäute der Harnröhre, des Enddarms und des Genitalbereichs betroffen. Eine Infektion mit Chlamydien gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Etwa 300.000 Frauen stecken sich jedes Jahr damit an. Meistens infizieren sich Frauen im Alter von 16 und 19 Jahren und Männer im Alter von 20 bis 24 Jahren.

Da eine Infektion oft nur leichte oder sogar gar keine Symptome hervorruft, bleibt sie häufig unentdeckt. Das kann schwerwiegende Folgen haben. Mit einem regelmäßigen Test können Sie vorbeugen.

Wie steckt man sich mit Chlamydien an?

Am häufigsten stecken sich Betroffene beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Chlamydien an. Denn die Bakterien, die sogenannten Chlamydia trachomatis, siedeln sich bevorzugt auf den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane und des Enddarms an und können auch in der Scheidenflüssigkeit und im Sperma vorhanden sein. Durch Oralverkehr ist es möglich, dass sich Chlamydien im Rachen ansiedeln, dort lösen sie jedoch in der Regel keine Infektion aus, sondern verschwinden meist wieder nach kurzer Zeit.

Achtung: Da Chlamydien auch über die Hände, beim Oralverkehr oder durch Sexspielzeug übertragen werden können, schützen Kondome nicht 100-prozentig vor einer Ansteckung. Sie reduzieren das Risiko aber enorm.

Welche Symptome entstehen durch eine Chlamydien-Infektion?

Typische Symptome einer Chlamydien-Infektion sind:

Brennen beim Wasserlassen

Durchfall

Ausfluss aus der Harnröhre

Juckreiz an Vagina, Penis oder im Analbereich

Schmierblutungen

Hautausschlag am Enddarm

Wenn eine nicht entdeckte und unbehandelte Chlamydien-Infektion im Körper aufsteigt, kommen weitere Symptome hinzu. Denn die Bakterien lösen bei der Frau dann zum Beispiel im Bauchraum, in den Eileitern oder der Gebärmutter Beschwerden aus. So können Betroffene Fieber und Zwischenblutungen bekommen, in schlimmen Fällen verursachen Chlamydien sogar Unfruchtbarkeit oder auch Eileiterschwangerschaften.

Beim Mann können Entzündungen der Samenleiter, Prostata oder Hoden die Folge sein. Diese äußern sich zum Beispiel durch Fieber oder Schmerzen im Bauchraum oder den Hoden.

Viele Betroffene, die sich mit Chlamydien infiziert haben, spüren hingegen gar keine Symptome. Daher empfehlen Ärzte, gerade bei häufig wechselnden Sexualpartnern, einen regelmäßigen Test durchzuführen. Da Chlamydien von Schwangeren bei der Geburt auf das Baby übertragen werden können, gehören entsprechende Tests automatisch zur Schwangerenvorsorge dazu.

Wie wird eine Infektion erkannt?

Hausärzte, Gynäkologen oder Urologen bieten Tests für Chlamydien an. Dafür brauchen sie entweder eine Urinprobe oder nehmen mit Wattestäbchen einen Abstrich der Schleimhäute. Bei der Urinuntersuchung nehmen Ärzte den Erststrahlurin, also den Urin, der als erstes kommt. Darin ist die Konzentration der Bakterien am höchsten. Vor einer Urinuntersuchung ist es ratsam, mindestens 1,5 Stunden nicht auf die Toilette zu gehen.

Der Vorteil eines Tests beim Arzt: Betroffene erhalten zusätzlich eine Beratung. Bis zum Alter von 25 Jahren können Frauen sich einmal im Jahr kostenlos testen lassen. Chlamydien lassen sich etwa sieben Tage nach der Infektion nachweisen.

Schnelltest

Es gibt auch die Möglichkeit, zuhause einen Schnelltest durchzuführen.

Wie funktioniert der Schnelltest für Chlamydien?

Es gibt verschiedene Schnelltests für Frauen und Männer, mit denen Sie sich einfach und diskret auf Chlamydien testen können. Die Tests sind in der Apotheke oder auch online erhältlich. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass der Test in der EU zugelassen ist. Für den Test zuhause gibt es zwei Möglichkeiten: Sie können einen Test mit direkter Auswertung verwenden oder einen Test machen, dessen Probe Sie dann an ein spezielles Labor senden. Die Auswertung erhalten Sie telefonisch.

Der Schnelltest für zuhause mit direkter Auswertung

Den Schnelltest zuhause machen Sie selbst. Innerhalb von zehn bis 30 Minuten können Sie das Ergebnis am Teststreifen ablesen. Je nach Test nehmen Sie selbst einen Abstrich aus der Vagina oder verwenden eine Urinprobe.

Der Test für zuhause mit Laborauswertung

Wenn Sie auf eine professionelle Laborauswertung nicht verzichten möchten, den Test aber trotzdem diskret zuhause machen wollen, dann eignet sich dieser Test. Hierfür entnehmen Sie die Probe zuhause selbst, zum Beispiel einen Abstrich oder eine Urinprobe, und schicken diese dann zu einem Labor. Die Auswertung erhalten Sie nach einigen Tagen telefonisch oder per Post.

Was tun, wenn der Test auf Chlamydien positiv ist?

Wenn das Testergebnis positiv ist, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. In der Regel wird dieser einen zweiten Test durchführen, um das Ergebnis zu bestätigen. Sie können zum Hausarzt, aber auch zum Gynäkologen oder Urologen gehen. In jedem Fall erhalten Sie bei einer Chlamydien-Infektion eine medikamentöse Behandlung.

Wie erfolgt die Behandlung von Chlamydien?

Wenn die Infektion mit Chlamydien frühzeitig erkannt wird, kann sie sehr gut behandelt werden. Dafür verschreiben Ärzte Antibiotika. Während der Behandlung ist es sinnvoll, auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, um niemanden anzustecken.

Wichtig:

Bei einer nachgewiesenen Infektion sollten Infizierte immer den Geschlechtspartner informieren. Experten raten, dass sich Sexualpartner der vergangenen sechs Monate testen und eventuell auch behandeln lassen.

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