Was ist COPD?

Die Abkürzung „COPD“ bezeichnet die „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Der Ausdruck „obstruktiv“ bedeutet: verengend. Bei Menschen, die COPD haben, sind Teile der Atemwege dauerhaft verengt und entzündet. Das führt dazu, dass ihnen das Atmen schwerer fällt als einer gesunden Person.

Im Jahr 2023 waren in Deutschland 6,73 Prozent der Menschen über 40 Jahren an COPD erkrankt, so der Gesundheitsatlas Deutschland.

Welche Ursache hat eine COPD-Erkrankung?

Als eine der häufigsten Ursachen für COPD gilt das Rauchen. Tabakrauch konfrontiert den Körper mit Schadstoffen. Je nach Intensität und persönlicher Verfassung reagiert der Körper darauf mit Botenstoffen, die eine Entzündung auslösen, um Immunzellen zu aktivieren. Bestimmte Botenstoffe können eine Typ-2-Inflammation begünstigen, welche wiederum zu Asthma oder COPD führen kann.

Ob bei einer COPD-Erkrankung eine Typ-2-Entzündung vorliegt, lässt sich feststellen über ein großes Blutbild einschließlich der Biomarker, wie Eosinophile Granulozyten (EOS-Werte). Entsprechende Testergebnissse können eine wertvolle Hilfe sein, denn für einige Betroffene kommen bestimmte, neue Behandlungsmethoden in Frage.

Tabakkonsum ist aber nicht der einzige Auslöser. Es gibt auch Patientinnen und Patienten mit COPD, die nie geraucht haben.

Diese Faktoren können COPD auslösen oder das Risiko erhöhen:

Rauchen
Die häufigste Ursache für COPD weltweit

Genetische Veranlagung
Ein Mangel an Alpha-1-Antitrypsin kann COPD begünstigen

Staub am Arbeitsplatz
Etwa im Bergbau, in der Bauwirtschaft oder Landwirtschaft

Schadstoffe in der Luft
Feinstaub, Abgase und industrielle Emissionen

Atemwegsinfektionen in der Kindheit
Können die Lungenentwicklung dauerhaft beeinträchtigen

Frühgeburt
Eine unreife Lunge bei der Geburt erhöht das Risiko langfristig

Welche Symptome sind typisch für COPD?

Die chronische Lungenerkrankung COPD zeigt sich vor allem durch die sogenannten „AHA-Symptome“: Auswurf, Husten und Atemnot. Phasenweise können diese Beschwerden besonders stark sein. Dann spricht man von einem Schub.

Wie COPD behandelt wird

Die Behandlung von COPD zielt darauf ab, die Symptome zu lindern. Das Ziel ist es dabei, durch eine gut eingestellte Behandlung das Fortschreiten der Krankheit auszubremsen. Das gelingt durch unterschiedliche Maßnahmen:

  • Das Atmen erleichtern, die Bronchien erweitern und die Atemwege entspannen.
    
Langzeitmedikamente stellen die sogenannte Basistherapie dar. Dazu gehören unter anderem Kombinationstherapien aus zwei oder drei inhalierbaren Arzneistoffen, die die Bronchien über längere Zeit erweitern und eine zugrunde liegende Entzündung hemmen.
  • Entzündungen lindern und die Atmung erleichtert:
    Dabei hilft Kortison. Inhalatoren und Tabletten mit diesem Wirkstoff sind deswegen ein weiterer Baustein im Verlauf der COPD-Behandlung. Während inhalative Kortikosteroide Teil der Basistherapie sein können, werden orale Kortikosteroide nur im Akutfall (d. h. bei Schüben) verwendet. Antibiotika können ebenfalls im Zusammenhang mit Schüben zum Einsatz kommen, wenn diese auch bakteriell bedingt sind.
  • Husten lindern:
    Mukolytika, also Schleimlöser, können zusätzlich das Abhusten erleichtern, indem sie den Schleim etwas lockern, der sich bei COPD-Betroffenen in den Atemwegen bildet. Sie können zusätzlich zu einer gut eingestellten Basistherapie verschrieben werden, ersetzen diese jedoch keinesfalls. 
  • Zielgerichteter Ansatz:
    Falls die Basistherapie nicht ausreicht, können unter gewissen Umständen Systemtherapien, wie z.b. Biologika in Frage kommen. Sie hemmen zielgerichtet bestimmte Botenstoffe, die die zugrundeliegende Entzündung antreiben. Da sie so zielgerichtet ansetzen, kommen Sie nur für einen Teil der COPD Patienten in Frage. Ob ein Patient für Systemtherapien, wie z.b. eine Biologikatherapie geeignet ist, prüft der behandelnde Facharzt – unter anderem durch die Messung der Eosinophilen (bestimmte Immunzellen, die auf einen speziellen Entzündungstyp hindeuten) im Blut. Hierfür ist es notwendig regelmäßig ein großes Blutbild zu erstellen. 
  • Therapien zusätzlich zur Basistherapie:
    • Schutz vor Infektionskrankheiten, die die Atemwege betreffen, ist für Menschen mit COPD besonders wichtig, da diese Schübe hervorrufen und den Krankheitsverlauf damit negativ beeinflussen können. Deswegen sind für sie bestimmte Impfungen besonders empfohlen: Influenza, Pneumokokken, SARS-CoV2, RSV, Keuchhusten und Varicella-Zoster.
    • Sauerstoffaufnahme verbessern: Das wird durch zwei Maßnahmen möglich. Die eine zielt auf die Lungenrehabilitation ab. Durch Atemübungen, Methoden zum Stressabbau, gesunde Ernährung und weitere Maßnahmen soll sie die Gesundheit der betroffenen Person stabilisieren.  In bestimmten (i.d.R.) schweren Fällen kann eine nicht invasive oder invasive Beatmung notwendig sein. 
Was sind COPD-Schübe und warum müssen sie behandelt werden?

Was sind COPD-Schübe und warum müssen sie behandelt werden?

COPD-Schübe, auch Exzerbation genannt, sind Phasen, in denen die Beschwerden der Krankheit sich innerhalb weniger Tage auffällig verstärken und eine intensivere Therapie nötig machen. Merkmale eines COPD-Schubs sind Atemnot, Husten und Auswurf, die sich im Laufe eines Tages verschlimmern, sich auch im Ruhezustand nicht bessern und oft mit verstärkten Entzündungsreaktionen einhergehen. Ein Schub kann auch wochenlang andauern.

Jeder COPD-Schub kann langfristige Schäden an der Lunge zurücklassen und diese dadurch weiter beeinträchtigen. Auf die Dauer mindert das zunehmend die Lebensqualität – und im schlechtesten Fall auch die Lebenserwartung. Deswegen ist es wichtig, dass Patientinnen und Patienten wissen, wie sie auf Schübe bestmöglich reagieren. Außerdem können Schübe ein Hinweis darauf sein, dass die Behandlung nicht mehr richtig eingestellt ist und dauerhaft neu angepasst werden muss. Wollen Sie überprüfen, ob Ihre Behandlung noch gut eingestellt ist?
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Praktischer Tipp: Schübe dokumentieren!

Haben Sie die Diagnose COPD erhalten? Dann legen Sie am besten ein kleines Tagebuch dazu an. Notieren Sie Ihre Symptome. Besonders wichtig ist das, wenn Schübe auftreten: Dokumentieren Sie deren Zeitpunkt, Dauer, Verlauf und Behandlung. Diese Informationen können für die weitere Behandlung wichtig sein. Außerdem helfen die Aufzeichnungen Ihnen dabei, selbst den Überblick zu behalten und sich Ihrer Krankheit weniger ausgeliefert zu fühlen. Gleichzeitig hilft es dem Arzt um einzuschätzen, ob ihr aktuelle Therapie noch ausreichend ist. Zur Orientierung bei Ihrer Dokumentation finden Sie hier einen Online-Ratgeber: Online-Ratgeber.pdf.

Wie werden COPD-Schübe behandelt?

Welche Therapie bei einem COPD-Schub angewendet wird, kommt auf dessen Intensität an:

Leichte COPD-Schübe erfordern Bronchodilatatoren – also Arzneimittel, die kurzzeitig die Bronchien erweitern und dadurch das Atmen erleichtern.

Mittelschwere COPD-Schübe werden mit Kortisontabletten und/oder Antibiotika behandelt.

Schwere COPD-Schübe müssen in einer Notaufnahme oder im Krankenhaus behandelt werden.

Selbsttest: Stimmt meine COPD-Therapie noch?

COPD ist eine Krankheit, die fortschreitet. Mit einer genau angepassten Behandlung kann man diesen Prozess aber verzögern. Deswegen ist es wichtig, dass Betroffene den eigenen Verlauf immer gut im Blick behalten und im engen Austausch mit einem Lungenfacharzt oder einer Lungenfachärztin stehen.

Unser Selbsttest gibt ihnen mit sieben Fragen eine schnelle Orientierung. Ist Ihre COPD noch unter Kontrolle? Beantworten Sie am besten gleich die Testfragen. (Link: COPD-Selbsttest | Sanofi Regeneron®)

Selbsttest: Stimmt meine COPD-Therapie noch?

Was sollten Angehörige von COPD-Erkrankten wissen?

Die Krankheit COPD hat auf den Alltag erheblichen Einfluss. Das liegt zum einen an den Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die beispielsweise mit Atemschwierigkeiten einhergehen können. Zum anderen ist aber auch die Perspektive, dass die Erkrankung nicht dauerhaft geheilt werden kann, sondern immer nur eine Verzögerung ihrer Symptome möglich ist, sehr belastend. Das gilt nicht nur für die erkrankte Person, sondern auch für Angehörige.

Auf Angehörige kommen nach einer COPD-Diagnose viele Fragen zu. Was bedeutet diese Krankheit? Welche Herausforderungen bringt sie für das Umfeld mit sich? Wie können Angehörige die erkrankte Person bestmöglich unterstützen? Wird ein Pflegebedarf entstehen – und wenn ja, wer übernimmt ihn?

Je früher sich Angehörige informieren und aktiv am Krankheitsmanagement beteiligen, desto selbstverständlicher wachsen sie in die neue Situation hinein.

Umfassenden Rat dazu, wie Angehörige Menschen mit COPD unterstützen können, finden Sie in dieser Broschüre: Angehoerige-Broschuere-COPD.pdf.

5 praktische Tipps: So können Angehörige COPD-Erkrankten helfen

Seien Sie für Gespräche an der Seite der erkrankten Person

Aber lassen Sie dieser auch den Freiraum, erst einmal selbst in der neuen Realität anzukommen.

Hinterfragen Sie

Passt die medikamentöse Einstellung noch? Der Selbsttest zeigt an, wenn es an der Zeit für eine fachmedizinische Beratung ist. Unseren einfachen Online-Selbsttest können Sie regelmäßig gemeinsam mit dem Patienten oder der Patientin ausfüllen.

Dokumentieren Sie Schübe

In welchem Zeitraum sind welche Symptome aufgetreten? Wie wurde sie behandelt? Was war der Auslöser? Ein Tagebuch darüber gibt Kontrolle und hilft bei der weiteren Therapie. Legen Sie mit der betroffenen Person gemeinsam eins an oder bieten Sie an, diese Aufgabe ganz zu übernehmen. Eine Orientierung dazu gibt ein Ratgeber, den Sie hier finden: Online-Ratgeber.pdf

Motivieren Sie zu einer gesunden Lebensführung

Bewegung im Rahmen der Möglichkeiten, ausgewogene Ernährung – und vor allem: kein Rauchen! Diese Regeln sollten unbedingt für Betroffene gelten. Denen können Sie es als Angehöriger oder Angehörige sehr erleichtern, wenn Sie auch selbst danach leben. Positiver Nebeneffekt: Sie fördern Ihre eigene Gesundheit.

Holen auch Sie sich Unterstützung

Dafür gibt es verschiedene Ansätze. Einigen tut der Austausch mit anderen Angehörigen sehr gut. Andere genießen es, routinierte Abläufe im Haushalt zu nutzen, um zeitgleich ein schönes Telefonat zu führen. Finden Sie heraus, was für Sie passt, und nehmen Sie sich Zeit dafür! Je besser es Ihnen geht, desto leichter können Sie selbst Hilfestellung geben.

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