Was sind Hämorrhoiden?

Bei Hämorrhoiden handelt es sich um schwammiges und ringförmig angelegtes Gewebe unter der Schleimhaut im Bereich des Enddarms. Jeder Mensch hat Hämorrhoiden, daher sind sie nicht ansteckend. Ihre Funktion besteht darin, zusammen mit dem Schließmuskel den After abzudichten und so dafür zu sorgen, dass sich der Inhalt nicht in unpassenden Situationen entleert.

Wenn von Hämorrhoiden als Erkrankung die Rede ist, beutetet das, dass das Gewebe angeschwollen ist und aus dem After heraustritt. Je nach Schweregrad ist zwischen verschiedenen Ausprägungen zu unterscheiden.

Grad 1

Die Hämorrhoide ist äußerlich nicht sicht- bzw. tastbar.

Grad 2

Sie wölbt sich nach außen beim Pressen, zieht sich dann aber wieder ins Innere zurück.

Grad 3

Die Wölbung bildet sich nicht mehr selbständig zurück, kann aber möglicherweise zurückgeschoben werden.

Grad 4

Die Hämorrhoide ist stark vergrößert, dauerhaft sichtbar und ragt aus dem Analbereich heraus.

Hämorrhoiden: Symptome und Ursachen

Symptome zeigen sich meistens beim Stuhlgang auf der Toilette, wenn sich etwa hellrotes Blut in der Toilettenschüssel oder auf dem Toilettenpapier befindet. In diesem Fall ist die Erkrankung meistens schon weiter vorangeschritten. Weitere Hinweise auf Hämorrhoiden sind:

Schleimabsonderungen

Wunde Hautstellen

Juckreiz und Brennen am After

evtl. Ausbuchtungen, die tastbar sind

Nässen

Gefühl der unvollständigen Darmentleerung

Zu den Ursachen gibt es bisher noch keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse, allerdings sind sie wahrscheinlich auf die Erweiterung der Blutgefäße im Gewebe zurückzuführen. Hierbei kann es sich um eine angeborene Gewebeschwäche handeln, allerdings erschlaffen mit zunehmendem Alter das Bindegewebe und die Muskelfasern. Daher kann es unter Umständen passieren, dass die Hämorrhoiden weiter nach unten absacken und Beschwerden verursachen.

Menschen mit Übergewicht, wenig Bewegung, überwiegend sitzender Tätigkeit sowie ballaststoffarmer Ernährung und geringer Flüssigkeitszufuhr haben ein erhöhtes Risiko für ein hämorrhoidales Leiden. Als Folge neigen sie zu chronischen Verstopfungen und müssen auf der Toilette stärker pressen, um eine Entleerung zu erreichen.

Aber auch das Gegenteil davon kann Hämorrhoiden begünstigen: häufiger Durchfall. Das liegt daran, dass bei besonders flüssigem Stuhl der Schließmechanismus im Enddarm nicht genug trainiert wird und sich die Arterien in den Gefäßen einfacher erweitern. Auch eine Schwangerschaft kann Hämorrhoiden verursachen (s. Absatz weiter unten).

Wie kann man Hämorrhoiden behandeln?

Die Art der Behandlung richtet sich nach den Beschwerden der Patientin oder des Patienten und dem Stadium der Erkrankung. Solange keine Beschwerden auftreten, ist keine Therapie erforderlich.

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In fortgeschrittenem Stadium kommen meistens Medikamente wie cortisonhaltige Salben oder Zäpfchen zum Einsatz. Zudem kann die Ärztin oder der Arzt auch Mittel gegen Juckreiz und Schmerzen verschreiben oder blutstillende Präparate. Ein sogenannter Analdehner kann die Durchblutung in den Gefäßen im Analbereich anregen, wodurch eine Linderung der Symptome erreicht werden kann.

In leichteren Fällen hilft es möglicherweise, einen Hämorrhoidalknoten mit einem Gummiband abzubinden. Es unterbricht die Blutversorgung und tötet das Gewebe ab, wodurch die Schwellung verschwindet. Leicht vergrößerte Hämorrhoiden werden häufig mit der Sklerosierungstherapie behandelt, bei der der Arzt oder die Ärztin Zinkchlorid oder eine andere Substanz in das Gewebe spritzt und es auf diese Weise verödet. Auch das Vereisen mit einem Stickstoff oder Gas (Kryohämorrhoidektomie) sowie eine Infrarotbestrahlung sind mögliche Behandlungsoptionen, die aber als wenig erfolgsversprechend gelten.
Wenn die klassischen Therapien nicht anschlagen oder die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist, sollte ein operativer Eingriff, die Hämorrhoidektomie, in Erwägung gezogen werden. Dabei werden die Hämorrhoiden dann mit einem Skalpell, einer Schere oder einem Laser chirurgisch entfernt.

Salben und Zäpfchen gegen Hämorrhoiden

Wenn die Erkrankung noch nicht so stark ausgeprägt ist, muss nicht gleich eine Operation geplant werden. Der oder die Betroffene kann zunächst versuchen, eine Linderung der Beschwerden durch Salben mit speziellen Inhaltsstoffen zu erreichen.

Hamamelis (Zaubernuss) etwa gilt als pflanzliches Arzneimittel. Ihre Blätter und Rinde werden als Wirkstoff zur Behandlung von Juckreiz, Brennen und leichten Blutungen im Analbereich eingesetzt. Aloe vera hat einen ähnlichen Effekt und wird ebenfalls als Wirkstoff in Salben gezielt zur Wundheilung eingesetzt.

Ärzte verschreiben in der Regel zinkhaltige oder cortisonhaltige Salben bzw. cortisonhaltige Salben auf Zinkbasis, die besonders den Heilungsprozess bei entzündeten und empfindlichen Hautstellen unterstützen. Bei sehr stark gereizter Haut und Schmerzen kann auch eine Creme mit dem Wirkstoff Lidocain Abhilfe schaffen, indem er die betroffenen Stellen lokal betäubt.

Die Wirkstoffe sind auch als Zäpfchen oder als Analtampons in der Apotheke erhältlich. Letztere sind Zäpfchen mit einer äußeren Hülle aus Mullverband, das für eine Zeitlang im After verbleibt und nach Wirkstoffabgabe wieder entfernt wird. Ob diese Formen der Medikation besser helfen als Salben und Cremes ist bislang allerdings noch nicht ausreichend untersucht worden.

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Welche Hausmittel helfen gegen Hämorrhoiden?

Zunächst einmal ist es wichtig bei der Anwendung von Hausmitteln auf einen ganzheitlichen Ansatz zu setzen und auch die Ursachen im Blick zu haben und ihnen vorzubeugen. Dann können einfache Mittel die Behandlung unterstützen. Sitzbäder können erfolgreich gegen Hämorrhoidalleiden eingesetzt werden. Dabei stoppen entzündungshemmende Zusätze im Wasser, wie z. B. Eichenrinde, Kamille oder Arnika den Juckreiz und die Schmerzen.

Darüber hinaus sollte die Verdauung reguliert werden, damit der Darm sich regelmäßig entleert, der Stuhl weich bleibt und ein Pressen auf der Toilette nicht notwendig ist. Um die Verdauung anzuregen, können Sie beispielweise morgens direkt auf nüchternen Magen ein Glas lauwarmes Wasser mit einem halben Teelöffel Honig, einem Teelöffel naturtrübem Apfelessig oder einem Teelöffel frischen Zitronensaft trinken. Das Getränk hilft bei der Stuhlentleerung und reinigt den Darm.

Hämorrhoiden während der Schwangerschaft

Im Zuge der Geburtsvorbereitung beeinflussen bestimmte Hormone die Hautbeschaffenheit der Frau, so dass diese elastischer wird. Das Betrifft unter anderem auch das Bindegewebe im Analbereich, das dadurch erschlaffen könnte, wodurch Hämorrhoiden leichter entstehen.

Zudem übt das Kind im Mutterleib auch Gewicht auf den Enddarm aus, was die Blutzirkulation in den Gefäßen beeinträchtigen und zu einer Erweiterung dieser führen könnte.

Darüber hinaus leiden viele Frauen während der Schwangerschaft an Verstopfungen, etwa durch Bewegungsmangel und auch der Pressvorgang während der Wehen kann die Hämorrhoidenbildung begünstigen. Nach der Geburt sollten diese sich eigentlich von allein wieder zurückbilden, allerdings ist das nicht immer der Fall. Idealerweise wird dem frühzeitig entsprechend vorgebeugt (s. letzten Absatz).

Hämorrhoiden: Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn die Beschwerden Sie stark belasten und Sie mit eigenen Behandlungsmethoden keine Besserung erreichen, oder aber wenn Sie Blut im Stuhl vorfinden, sollten Sie einen Arzttermin zur Abklärung vereinbaren.

Während helles Blut auf Hämorrhoiden in fortgeschrittenem Stadium hindeutet, kann dunkelrotes Blut auch ein Anzeichen für eine Darmkrankheit sein. Ein Proktologe oder eine Proktologin, Spezialist oder Spezialistin für den Enddarm, ist hier der richtige Ansprechpartner oder die richtige Ansprechpartnerin. Ein Gastroenterologe, Facharzt für den Magen-Darm-Trakt, kann ebenfalls weiterhelfen.

Wie kann man Hämorrhoiden vorbeugen?

Bevor Sie sich fragen müssen, wie man Hämorrhoiden am besten behandelt, sollten Sie diese am besten gar nicht erst entstehen lassen. Dazu können Sie selbst beitragen, indem Sie auf einen regelmäßigen Stuhlgang achten und dabei möglichst wenig Pressen, was vor allem bei hartem Stuhl nötig ist.

Wenn der Stuhl weich ist, fällt auch die Darmentleerung sehr viel leichter. Das ist mit möglichst ballaststoffreicher Kost zu erzielen, denn Sie erhöht das Volumen des Stuhls. Geben Sie Vollkornmehl anstelle von Weizenmehl bei Brot, Pasta und Reis den Vorzug. Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen etc.) und Gemüse sind ebenfalls ballaststoffhaltig. Zudem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (1,5 bis 2 Liter) wichtig, um den Darminhalt immer gut zu durchfeuchten. Stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees sind ideal.

Meiden Sie stattdessen schwarzen Tee, Kaffee, Alkohol und Zucker und gehen Sie eher sparsam mit Salz um, um Verstopfungen zu vermeiden. Scharfe Lebensmittel können außerdem die empfindlichen Schleimhäute unnötig reizen.

Auch Bewegung wirkt sich positiv auf die Verdauung aus, während zu langes Sitzen Auslöser für Hämorrhoiden sein kann. Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern, Walken oder Joggen eignen sich gut, aber auch einfaches Spazierengehen kann denselben Effekt haben.