Haarverlust: Warum fallen die Haare aus?

Volles Haar zieht seit jeher bewundernde Blicke auf sich, gerade Frauen mit langer Wallemähne werden für ihre Haarpracht oft mit Komplimenten überschüttet. Auch zeugt gutes Haarwachstum von einem gesunden Körper. Umso erschreckender, wenn die Haare plötzlich vermehrt ausfallen und sich sogar kahle Stellen am Kopf zeigen. Doch wann spricht man von Haarausfall?

Bis zu 100 Haare können sich normalerweise pro Tag auf dem Kissen, der Haarbürste oder im Waschbecken finden lassen. Sind es deutlich mehr und das über einen längeren Zeitraum, lautet die Diagnose Alopezie – Haarausfall.

Formen und Ursachen von Haarausfall

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie sich Haarausfall äußern kann und was dahintersteckt. So können beispielsweise genetische Ursachen, eine Autoimmunkrankheit oder auch hormonelle Veränderungen wie durch eine Schwangerschaft ausschlaggebend sein. Je nachdem stellt sich der Haarausfall anders dar. Hier stellen wir Ihnen die möglichen Gründe und Formen vor.

Anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Erblich bedingter, auch anlagebedingter Haarausfall oder androgenetische Alopezie genannt, ist genetisch vorbestimmt und tritt ab einem bestimmten Lebensalter auf, meist beginnt er zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Etwa zwei Drittel der Männer und jede zweite Frau sind davon betroffen.

Der Grund für den Haarausfall: Die Haarfollikel reagieren überempfindlich auf das männliche Sexualhormon Dehydrotestosteron und werden kleiner. Bei Männern entstehen dadurch die Geheimratsecken, aus denen sich mit der Zeit eine Glatze entwickeln kann. Ein weiteres Merkmal ist ein gesteigerter Bartwuchs.

Frauen haben häufig lichteres Haar am ganzen Kopf, hingegen wird die Behaarung im Gesicht, an den Armen und Beinen oft stärker.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Kreisrunder Haarausfall entsteht überwiegend durch eine Autoimmunerkrankung. Abwehrzellen des Körpers lösen eine Entzündung an den Haarwurzeln aus. Die Haarwurzeln werden zerstört, wodurch sich kreisrunde, kahle Stellen entwickeln. Meist zeigen sich diese auf dem Kopf, eher seltener auch an anderen behaarten Stellen des Körpers wie den Augenbrauen oder im Bartbereich.

Betroffene haben oft schon in jungen Jahren Symptome, die Krankheit tritt kaum nach dem 30. Lebensjahr auf. Der Verlauf der Erkrankung kann unterschiedlich sein. Bei manchen Patientinnen und Patienten entwickeln sich die haarlosen Stellen zu einer Glatze, bei anderen wiederum verschwinden sie irgendwann einfach wieder.

Neben der Autoimmunerkrankung kann aber zum Beispiel auch ein Pilzbefall die Ursache für kreisrunden Haarausfall sein. Ebenso können psychische Belastungen oder Dauerstress dahinterstecken.

Diffuser Haarausfall

Diffuser Haarausfall äußert sich durch scheinbar willkürlichen Haarverlust am ganzen Kopf. Häufig sind Frauen durch die hormonelle Veränderung nach der Schwangerschaft betroffen. Zudem können andere hormonelle Einflüsse, zum Beispiel durch eine Hormontherapie in den Wechseljahren, diffusen Haarausfall verursachen.

Unterdessen können auch eine Mangelernährung, Medikamente oder mechanische Einwirkungen der Grund sein.

Haarausfall, was tun?

Die Behandlung des Haarausfalls richtet sich je nach der Ursache. Daher ist es sinnvoll, bei ersten Symptomen die Hausärztin oder den Hausarzt aufzusuchen.

Dort wird in der Regel zunächst ein Blutbild erstellt, um eventuelle Mangelerscheinungen wie Zink-, Selen- oder Eisenmangel auszuschließen.

Ist das Blutbild in Ordnung, können weitere Untersuchungen erfolgen, wie zum Beispiel eine genaue Analyse der Haarwurzeln oder ein Zugtest, wie leicht die Haare ausfallen. Danach entscheidet sich die Therapie.

Hier stellen wir Ihnen einige mögliche Therapieansätze vor:

Shampoos gegen Haarausfall

Es gibt diverse Shampoos gegen Haarausfall. Um herauszufinden, welches bei Ihnen eine positive Wirkung erzielt, heißt es: testen.

Ein Tipp: Nutzen Sie ein Shampoo ohne Silikone. Diese lagern sich mit der Zeit auf der Kopfhaut ab, verstopfen die Poren und hindern die Haare so am Wachstum.

Die meisten Shampoos gegen Haarausfall enthalten Koffein, um die Durchblutung der Kopfhaut und dadurch das Haarwachstum anzuregen. Auch Panthenol ist häufig enthalten, um eventuelle Entzündungen zu mildern und die Kopfhaut zu pflegen sowie mit Feuchtigkeit zu versorgen. Gerade in den Wintermonaten neigen viele Menschen zu trockener und empfindlicher Kopfhaut, die schnell juckt.

Ebenfalls sind Biotin, Magnesium oder Zink Bestandteil vieler Shampoos gegen Haarausfall. Sie stärken die Haarstruktur und Haarwurzeln. Auch die Aminosäure Cystin hat diese Wirkung.

Zudem ist die richtige Anwendung eines Shampoos entscheidend für die Wirksamkeit. Lassen Sie sich am besten in Ihrer Apotheke vor Ort beraten, dort finden Sie sicherlich ein passendes Produkt.

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Medikamente gegen Haarausfall

Bei der androgenetischen Alopezie haben Finasterid und Minoxidil gute Wirksamkeit bewiesen. Letzteres ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, wobei Ihnen Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker gerne beratend zur Seite stehen.

Finasterid ist allerdings ausschließlich für Männer zugelassen. Der Grund: Bei schwangeren Frauen könnten sich bei männlichen Kindern Fehlbildungen der Geschlechtsorgane entwickeln. Bei der Therapie ist etwas Geduld gefragt, etwa sechs Monate kann es dauern, bis sich der Haarverlust wieder normalisiert hat. Das Mittel ist rezeptpflichtig. Der Wirkstoff gilt als gut verträglich, Nebenwirkungen sind selten.

Minoxidil ist für Frauen und Männer zugelassen, bei diesem Mittel soll nach etwa zwölf Wochen eine Verbesserung eintreten. Wichtig zu wissen: Es kann zunächst zu einem verstärkten Haarausfall, dem sogenannten Shedding kommen, da nachwachsende Haare die ruhenden Haarfollikel vermehrt hinausschieben.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente durch Nahrungsergänzungsmittel

Haarwurzeln benötigen sehr viel Energie, um die Haare monatlich etwa einen Zentimeter wachsen zu lassen. Daher kann die Einnahme von Mineralstoffen, Vitaminen oder Spurenelementen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln die Haarwurzeln unterstützen.

So regen B-Vitamine beispielsweise den Stoffwechsel an.

Zink hält die Kopfhaut gesund und schützt diese vor Entzündungen.

Bei diffusem Haarverlust hat sich laut einer Studie die Einnahme von Biotin bewährt. Bei 64 Prozent der Patientinnen und Patienten trat eine deutliche Besserung ein.

Am besten lassen Sie sich aufgrund einer Blutuntersuchung eine Empfehlung geben, welche Nahrungsergänzungsmittel bei Ihnen sinnvoll sind.

Haarausfall bei Frauen

Bei Frauen hat der Hormonhaushalt großen Einfluss auf das Haarwachstum. Das Hormon Östrogen regt den Haarwuchs an. Hormonelle Veränderungen, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft, den Menstruationszyklus oder die Wechseljahre können diesen durcheinanderbringen.

Liegt ein Östrogenmangel vor oder ein Überfluss männlicher Hormone, kann sich das negativ auf die Haarpracht auswirken. Entsteht der Haarausfall bei Frauen durch eine hormonelle Veränderung, können Hormonpräparate gegensteuern. Hierzu ziehen Sie am besten Ihre Gynäkologin oder Ihren Gynäkologen zu Rate.

Auch ein Eisenmangel bedingt durch die Menstruation ist bei Frauen häufig Grund für Haarverlust. In diesem Fall können Sie mit Zusatzpräparaten Abhilfe schaffen.

Was kann man noch gegen Haarausfall tun?

Als letzte Option bei sehr starkem Haarausfall gibt es die Möglichkeit der Transplantation. Diese wird vor allem bei einem genetisch bedingten Haarausfall in Erwägung gezogen. Bei der Transplantation werden Haarwurzeln sozusagen von stärker bewachsenen Arealen hin zu den lichteren umgepflanzt. Nicht zu vergessen: Eine Haartransplantation ist ein chirurgischer Eingriff mit entsprechenden Risiken.

Neben allen Maßnahmen gegen Haarausfall gilt es auch, Ihre Haare gut zu pflegen und so vorzubeugen. Hier sind einige Tipps:

Verwenden Sie ein passendes Shampoo für Ihre Haare

Achten Sie auf die richtige Anwendung des Shampoos

Rubbeln Sie Ihre Haare nicht trocken, sondern drücken Sie diese nur sanft aus

Kämmen Sie Ihre Haare vorsichtig und reißen Sie nicht an kleinen Knötchen

Waschen Sie Ihre Haare nicht mit sehr heißem Wasser

Ernähren Sie sich ausgewogen mit ausreichend Mineralstoffen und Vitaminen

Lassen Sie regelmäßig Ihr Blutbild kontrollieren

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