Warum ist ein Erste-Hilfe-Set sinnvoll?

Einen kleinen Moment unaufmerksam und schon ist es passiert: ein Autounfall. Haben Personen sich dabei verletzt und z. B. eine blutende Wunde davongetragen, ist eine Erstversorgung notwendig. Sie kann helfen, die Zeit zu überbrücken, bis ärztliche Hilfe vor Ort ist. Mögliche Wundinfektionen oder größere gesundheitliche Schäden können außerdem so vermieden werden.

Im Auto ist ein Verbandskasten Pflicht, aber auch im Haushalt oder am Arbeitsplatz kann er zur Notfallversorgung dienen. Die meisten Sets beinhalten schließlich u.a. Verbandszeug, Pflaster sowie Einmalhandschuhe. Ein Erste-Hilfe-Koffer kann im Idealfall Leben retten oder einfach für ein sicheres Gefühl unterwegs und zu Hause sorgen.

Erste-Hilfe-Set: Was muss alles rein?

In ein Erste-Hilfe-Set oder einen Verbandskasten gehören in erster Linie:

Pflaster (Fertigpflaster und Heftpflaster) in unterschiedlichen Größen
Verbandspäckchen als Kompressen für größere Wunden
Wundauflagen
Bandagen bzw. selbsthaftende Binden
Dreieckstuch zur Stabilisierung von Gelenken
Schere
Einmalhandschuhe, um Wunden steril zu halten
Rettungsdecke als Schutz vor Unterkühlung

Seit dem 1. Februar 2022 gibt es eine neue Regelung: In Verbandskästen in Autos müssen künftig auch medizinische Masken mitgeführt werden. Es gilt daher die neue Norm DIN 13164:2022. Verbandskästen nach der alten Norm dürfen allerdings noch bis zum 31.01.2023 verwendet werden.

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Für das Fahrrad

Für Fahrradtouren sind Sets in kleineren Taschen geeignet, die über Ösen oder Schlaufen verfügen, womit man sie am Gürtel oder dem Gepäckträger befestigen kann. Darüber hinaus könnten bei verschiedenen Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Radfahren auch noch folgende Utensilien im Erste-Hilfe-Koffer sinnvoll sein:

  • Pinzette, um kleine Steinchen oder Splitter aus der Haut zu entfernen
  • Desinfektionsmittel für kleinere Schürfwunden
  • Pfeife, um ggf. auf sich aufmerksam zu machen, wenn gerade keine Hilfe in Sicht ist

Nützlich können zusätzlich auch noch eine Zeckenzange und Mittel gegen Insektenstiche sein.

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Worauf man beim Kauf eines Erste-Hilfe-Sets achten sollte

Es gilt zwischen einem Erste-Hilfe-Koffer für zu Hause oder unterwegs zu unterscheiden. Sets für Outdoor-Touren oder Camping sind in erster Linie kleiner, damit sie auf Reisen wenig Platz benötigen oder leicht auf dem Fahrrad transportiert werden können. Sie haben ein geringes Gewicht. Eine wasserdichte Hülle dient als Schutz vor Schmutz und Nässe. Zudem sollten alle wichtigen Verbandsmaterialien (s. oben) enthalten sein.

Zur besseren Aufbewahrung und für einen schnellen Überblick sollte das Erste-Hilfe-Set in verschiedene Fächer unterteilt sein. Für Haus oder Wohnung eignen sich stabile Boxen, da es dort meist mehr Stauraum gibt. Falls sich Kinder im Haus befinden oder damit nichts abhandenkommt, sollte der Kasten idealerweise abschließbar sein.

Wenn Sie Dinge aus dem Verbandskasten nehmen, achten Sie darauf, diese Materialien zeitnah wieder aufzufüllen. Sie können die meisten Verbandsstoffe einzeln im Internet bestellen. Zudem ist es möglich, komplette Nachfüll-Sets zu erwerben, die z. B. auch die Normen DIN 13157 und DIN 13169 erfüllen.

Denken Sie auch daran, den Verbandskasten rechtzeitig auszutauschen. Sterile Verbandsmaterialien sind nicht ewig haltbar, sondern nur rund fünf Jahre. Das Ablaufdatum ist in der Regel auf dem Kasten aufgedruckt. Wird derjenige aus dem Auto nicht rechtzeitig ersetzt, könnte unter Umständen ein Bußgeld drohen.

Tipps zur Erstversorgung bei einem Unfall

Auf die ersten paar Minuten nach einem Unfall kommt es an! Man sollte unverzüglich und so gut es geht erste Hilfe leisten, denn oft dauert es einige Zeit, bis ein Rettungsdienst vor Ort ist. Nichtstun kann nicht nur negative Folgen haben, sondern ist auch strafbar. Daher sollte eine Person ohne medizinische Fachkenntnisse ebenfalls zur Tat schreiten.

Ist eine Person bewusstlos, sollten Sie sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten. Doch zunächst muss der Notruf (112) betätigt und der Unfall sowie der Unfallort gemeldet werden, damit Hilfskräfte wissen, welche Stelle sie anfahren müssen. Überstrecken Sie dann zunächst den Kopf der betroffenen Person, indem Sie den Kopf nach hinten neigen und das Kinn anheben. Beobachten Sie dann, ob der Brustkorb sich bewegt und eine Atmung vorhanden ist. Ist das nicht der Fall, muss die Person wiederbelebt werden. Dafür ist eine Herzdruckmassage erforderlich. Unter Umständen kann auch eine Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung zusätzlich helfen.

Erste-Hilfe-Kenntnisse können Leben retten. Frischen Sie daher Ihre Kenntnisse regelmäßig auf und informieren Sie sich über die Maßnahmen im Internet oder absolvieren Sie einen entsprechenden Erste-Hilfe-Kurs. Diese werden z. B. von der Feuerwehr oder Rotes Kreuz angeboten.

Wenn Sie sich auf einer Autobahn oder generell auf einer Straße befinden, ist es wichtig, darauf zu achten, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Denken Sie daher daran, die Gefahrenstelle möglicherweise abzusichern und ein Warndreieck aufzustellen.