Elektrolyte und Flüssigkeit: Die besten Tipps gegen Kater

Wer abends zu tief ins Glas schaut, bleibt meist nicht davon verschont: Kater am nächsten Morgen. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Niedergeschlagenheit sind typische Beschwerden. Schuld daran ist unter anderem die entwässernde Wirkung von Alkohol: Dabei werden Elektrolyte – z.B. Mineralstoffe wie Kalium, Natrium oder Magnesium – ausgeschwemmt, die der Körper dringend benötigt. Beim Abbau von Alkohol entsteht außerdem Acetaldehyd, eine giftige Substanz, die den Hangover auslöst.

Das beste Mittel gegen Kater ist simpel: nicht zu viel Alkohol trinken. Wem das mal nicht gelingt, kann den Kater mit ein paar Tipps, Hausmitteln und eventuell Medikamenten abmildern. Besonders wichtig: verlorene Flüssigkeit und Elektrolyte ersetzen!

Medikamente gegen Kater

Elektrolyt-Glucose-Mischungen, die dem Körper in einem genau definierten Verhältnis Mineralstoffe und Traubenzucker zuführen, haben sich bei Kater bewährt. Besonders beliebt ist das Durchfallmittel Elotrans, das den Wasser- und Elektrolytmangel ausgleicht.

Wem der Alkohol auf den Magen geschlagen hat, kann die Magensäure möglicherweise mit sogenannten Antazida (z.B. Rennie) neutralisieren: Diese basischen Mittel werden auch gegen Sodbrennen eingesetzt. Fragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Auch homöopathische Arzneien sollen gegen Katerbeschwerden wie Kopfschmerzen und flauen Magen helfen (z.B. Nux vomica D12).

Andere Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (z.B. Vomex A Dragees) sollten bei Kater erst genommen werden, wenn der Alkohol bereits abgebaut ist, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Halten Sie hierzu bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker Rücksprache.

Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS, etwa in Aspirin 500mg überzogene Tabletten), Ibuprofen (z.B. Ibu-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten) oder Paracetamol (z.B. Paracetamol STADA 500mg Tabletten) sollten nicht gleichzeitig mit Alkohol genommen werden. Es ist daher nicht ratsam, vor dem Schlafengehen vorbeugend Tabletten gegen den Kater zu nehmen. Den Kopfschmerz am nächsten Morgen lindert man am besten mit Ibuprofen, da Paracetamol in hohen Dosen möglicherweise die Leber schädigt und ASS auf den Magen schlagen kann.

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Hausmittel gegen Kater

Alkoholfreie Getränke sind am nächsten Morgen die beste Anti-Kater-Strategie. Wem Wasser zu langweilig ist, kann auch „Infused Water“ nutzen – also Wasser mit Geschmack, z.B. Gurkenwasser. Dieses lässt sich leicht zubereiten: Gurke waschen, in Scheiben schneiden und in eine Karaffe mit Wasser geben. Alternativ bieten sich auch Zitronen, Orangen oder Kräuter (wie Minze) an.

Elektrolyte, Mineralstoffe und Vitamine tankt man mit Gemüse- und Fruchtsäften sowie salzigen Speisen wieder auf. Ein berüchtigter Klassiker gegen Kater ist Rollmops. Wem es dabei allerdings den Magen umdreht, startet am besten mit einem deftigen Frühstück, z.B. Rührei und Brot. Auch Müsli mit Nüssen und Bananen spendet viele Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium. Um den Magen nicht zu überfordern, sind bei Kater mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sinnvoller als drei große.

Sollte starke Übelkeit Essen unmöglich machen, versorgt auch eine Tasse Gemüsebrühe den Körper mit Salzen. Wem richtig schlecht ist, der greift am besten zu Ingwer: Die scharfe Knolle beruhigt den Magen und lässt sich etwa als Tee oder „Infused Water“ genießen: Ingwer in Scheiben schneiden und mit (heißem) Wasser übergießen.

Isotonische Getränke wie Powerade, Gatorade und Co. gelten ebenfalls als gutes Hausmittel, um den Flüssigkeitsverlust bei Kater auszugleichen. Sie sollten allerdings nicht viel Zucker enthalten.

Kaffee gegen Kater? Das hilft nicht jedem. Zwar ist es ein Mythos, dass Kaffee stark entwässert (er wirkt lediglich leicht harntreibend). Daher eignet er sich durchaus als Flüssigkeitslieferant bei Kater. Das enthaltene Koffein erweitert die Blutgefäße und lindert bei manchen Menschen Kopfschmerzen. Andere fördern durch Kaffeegenuss den Brummschädel eher. Probieren Sie aus, zu welchem Typ Sie gehören. Eine Alternative zu Kaffee bei Kater ist koffeinhaltiger Tee (z.B. schwarzer Tee).

Ein bewährtes Hausmittel bei Kater ist es, den Kreislauf in Schwung zu bringen. Am besten tankt man während eines Spaziergangs frische Luft, da Sauerstoffmangel Kopfweh ansonsten weiter fördert. Auf intensiven Sport sollte man bei einem ausgewachsenen Kater allerdings verzichten. Das Workout lässt sich am Abend oder nächsten Tag nachholen.

Die Hausapotheke kann bei Kater ebenfalls gute Dienste leisten: So helfen Pfefferminzöl oder Tigerbalsam gegen Kopfschmerzen und Übelkeit.

Wie kann man einem Kater vorbeugen?

Wer einen Kater lieber verhindern statt am nächsten Morgen bekämpfen will, sollte zunächst versuchen, Alkohol nur in moderaten Mengen zu genießen und stattdessen viel alkoholfreie Flüssigkeit zu trinken. Dabei helfen ein paar Tipps:

Verdünnen Sie Alkohol. Trinken Sie z.B. Wein als Schorle mit Mineralwasser.

Verwenden Sie alkoholische Getränke nicht als Durstlöscher, sondern greifen Sie stattdessen zu Wasser, dünnen Saftschorlen oder alkoholfreiem Bier.

Trinken Sie Ihr alkoholisches Getränk langsam. Das verzögert die Aufnahme von Alkohol und man wird weniger schnell und weniger stark betrunken.

Greifen Sie vor, während und nach einem Drink zu alkoholfreien Getränken, um Flüssigkeitsverluste durch Alkohol auszugleichen.

Damit der Alkohol nur ganz allmählich ins Blut übergeht, ist es ratsam, nicht auf leeren Magen zu trinken. Eine gute Grundlage sind deftige, fetthaltige Speisen. Essen Sie auch zwischendurch immer wieder kleine Snacks. Diese sollten allerdings besser salzig statt süß sein, denn: Erstens beschleunigt Zucker die Aufnahme von Alkohol. Zweitens sorgt salziges Essen für einen Nachschub von Elektrolyten (etwa Natrium und Kalium), die durch den Alkoholgenuss ausgespült wurden.

Frischluft beim Schlafen hat sich als Mittel gegen Kater ebenfalls bewährt. Ein gekipptes Fenster beugt Sauerstoffmangel vor, der Kater-Kopfschmerzen am nächsten Morgen ansonsten begünstigt.

Mittel gegen Kater sind keine Dauerlösung

Neben den als positiv erlebten Gefühlen, die ein Drink auslöst, darf man leider nicht vergessen: Alkohol ist ein Zellgift, welches das Risiko für viele Krankheiten (etwa Krebs, Leber- oder Herz-Kreislauferkrankungen) erhöht.

Wenn Sie häufig verkatert sind, kann es daher sinnvoll sein, den eigenen Alkoholkonsum zu hinterfragen. Sollten Sie Beratung oder Unterstützung suchen, wenden Sie sich an Ihren Allgemeinarzt oder die Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): 0221-892031 (zu erreichen Mo - Do von 10 bis 22 Uhr und Fr - So von 10 bis 18 Uhr).