Wie lässt sich die Psyche stärken?
Wer nicht an einer körperlichen Krankheit leidet, ist automatisch gesund – dieser Irrglaube war lange Zeit in der Gesellschaft verbreitet. Jedoch hat sich das mit zunehmendem Wissen über das Zusammenspiel von Körper und Geist geändert. Denn: Psychische Belastungen können ebenfalls krank machen und Auslöser für verschiedene physische Leiden sein. Daher ist es in Zeiten von Dauerstress und beruflichem Druck wichtiger denn je, auch auf die Psyche zu achten. Worauf es dabei ankommt und wie sich das Ziel erreichen lässt.
Was hilft der Psyche, was schadet ihr?
Eine positive Grundeinstellung und optimistische Lebensanschauung ebenso wie das Vermeiden von Stressoren können eine intakte Psyche fördern. Aber auch regelmäßige soziale Kontakte wie z. B. Unternehmungen mit Freunden und positive zwischenmenschliche Beziehungen – gute Beziehung zu Familienangehörigen und Verwandten – können zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen.
Krankheitserreger wie Viren und Bakterien können den Körper schwächen und infolgedessen zu einer Infektion führen. In Bezug auf die Psyche gibt es andere Auslöser, die sie beeinträchtigen können. Dazu zählen dauerhafte Angstzustände oder übermäßiger Stress. Auch anhaltender, hoher Druck oder ein traumatisches Erlebnis im Privatbereich, beispielweise der Tod einer nahestehenden Person, können jemanden psychisch aus der Bahn werfen.
Mehr Entspannung, weniger Stress
Häufiger Stress verursacht eine vermehrte Ausschüttung des Hormons Cortisol in den Nebennieren. Dadurch wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt, damit er schneller reagieren kann. Dieser Schutzmechanismus ist evolutionär bedingt und stammt aus einer Zeit, in der Stress eine unmittelbare Gefahr für den Körper bedeutete (z. B. durch Verwundung).
Im Idealfall waren Menschen dadurch konzentrierter und fokussierter. Doch auch heute ist diese Funktion in unserem Körper aktiv. Daher ist es wichtig, den Druck abzubauen und Erholungsphasen einzulegen. Denn dauerhafter Druck kann zu gesundheitlichen Beschwerden und psychischen Leiden wie Schlafstörungen oder Angst- und Zwangsstörungen führen.
Überbelastung wirkt man am besten rechtzeitig vor. Entspannungsübungen sind nicht nur effektiv, sondern lassen sich meist auch einfach in den Alltag integrieren. Außerdem fällt so innerliche Anspannung sofort ab und Ruhe stellt sich. Ein Buch lesen oder einen Film anschauen, kann sich zwar auch entspannend anfühlen, jedoch ist beides nicht nachhaltig. Leichte Bewegungsabläufe, wie beim Yoga oder Tai Chi, oder bewusste Atemübungen sowie geführte Meditationen sind meist sinnvoller, weil der Geist hierbei völlig loslassen kann.
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Wie hilft gesunde Ernährung der Psyche?
Es besteht grundsätzlich auch eine Wechselbeziehung zwischen dem Zustand der Psyche und Essgewohnheiten. Kummer und Sorgen können den Appetit maßgeblich beeinflussen. Manche Menschen können beispielsweise nichts essen, wenn sie traurig oder frustriert sind. Andere hingegen neigen dann zu unkontrollierten Essanfällen und Heißhungerattacken, die nicht selten ein Hilfeschrei der Seele sind.
Warum soziale Kontakte die mentale Gesundheit fördert
Resilienz (psychische Widerstandskraft) bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, mit belastenden Situationen oder Lebensphasen umzugehen. Diese psychische Belastbarkeit ist individuell sehr verschieden.
Einige Menschen können gut mit Druck umgehen, andere weniger. Allerdings lässt sich die Resilienz auch erhöhen. Neben einem gesunden Lebenswandel kann auch ein stabiles soziales Umfeld einen positiven Beitrag zur psychischen Gesundheit leisten.
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Warum ist Bewegung gut für die Seele?
Körperliche Aktivitäten können sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirken. So hilft Sport nachweislich, Ängste zu lindern und die Stimmung zu heben. Das liegt daran, dass Bewegung Neurotransmitter wie Dopamin (auch Serotonin und Noradrenalin) im Gehirn freisetzt, was Glücksgefühle erzeugt.
Gleichzeitig werden so das Konzentrationsvermögen gesteigert und neue Verbindungen der Nervenzellen (Synapsen) im Gehirn geschaffen, was sich positiv auf die Gehirnleistung auswirkt. Sport fördert zudem den Stressabbau, indem vermehrt Hormone (Endorphine) im Körper produziert werden, die nicht nur das Stresslevel senken, sondern zusätzlich auch positive Gefühle hervorrufen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen von 18 bis 64 Jahren wöchentliche Aktivitäten von 150- bis 300-minütiger Dauer. Jedoch können einzelne Einheiten von 30 Minuten die psychische Verfassung bereits positiv beeinflussen und z. B. Panikattacken reduzieren. Wichtig ist, dass die Freude an der Bewegung im Vordergrund steht und nicht Sport nicht zur Qual wird.
Quellen:
https://www.gesundheit.gv.at/leben/psyche-seele/praevention/psyche-staerken.html
https://www.helios-gesundheit.de/kliniken/leipzig-park-klinikum/unser-haus/aktuelles/detail/news/psyche-staerken-stress-vermeiden/
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/gesundheit/allgemein-gesundheit/psyche-ernaehrung
https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/juni/ungesunde-ernaehrung-beeinflusst-die-psyche/
https://www.oberbergkliniken.de/artikel/gesunde-ernaehrung-und-depression
https://www.rki.de/DE/Content/Service/Sozialberatung/BGBL_Krprl_Akt_psych_Gesund.pdf?__blob=publicationFile
https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/ratgeber-archiv/artikel/warum-bewegung-der-psyche-gut-tut-1/
https://www.springermedizin.de/bewegungstherapie/psychiatrische-erkrankungen-in-der-hausarztpraxis/wie-bewegung-uns-zufriedener-macht/19041380
https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/kompetenz-gesundheit/was-beeinflusst-unsere-gesundheit
https://www.gesundheitsinformation.de/helfen-sport-und-bewegung.html